Privatkopie – England legt vor

4. August 2011 Posted by Bytewurm

Endlich tut sich etwas an der lobbyverseuchten Front der Anti-Kopierer. England will nun die Privatkopie legalisieren und hat scheinbar auch das unsinnige Instrument der Netzsperren aus der Diskussion gestrichen:

In Großbritannien ist das Übertragen von legal erworbener Musik oder Videos in andere Formate (etwa von einer CD in eine MP3) sowie das Anlegen von Back-Ups der eigenen CD- oder MP3-Sammlung bislang verboten. Jetzt will das Land sein Urheberrecht aber modernisieren. Der britische Wirtschaftsminister Vince Cable hat am Mittwoch mitgeteilt, dass das Kopieren von CDs und DVDs für den Privatgebrauch legalisiert werden soll. „Dadurch wird das Gesetz in Einklang mit dem gesunden Menschenverstand gebracht“, so Cable zum Guardian.

(Quelle: http://futurezone.at/netzpolitik/4317-grossbritannien-legalisiert-privatkopie.php)

Dieser Schritt ist zu begrüßen und die Aussage mit dem “gesunden Menschenverstand” unterschreibe ich sofort. Hoffentlich nehmen sich auch unsere Politiker ein Beispiel, wie man die digitale Welt in die Realität integriert und nicht mit analogen und anachronistischen Mitteln versucht zu verbiegen. Die private Kopie von legal erworbenen Medien muss erlaubt sein, der gewerbliche Handel damit sollte es nicht sein!

Studien belegen immer wieder, dass “Kopierer” (auch Filesharer) mit die besten Kunden für legal erworbene Medien sind, Infos darüber gibt es zB hier:

  1. Ehemaliger EMI-Manager über Piraten und das Musikgeschäft
  2. Nutzer von kino.to gehen überdurchschnittlich oft ins Kino…
  3. The Effect of File Sharing on Record Sales (Oberholzer-Gee, Felix & Strumpf, Koleman (March 2004))
  4. Die Unterhaltungsindustrie gegen das Filesharing (Achmed Baizza)

Die Content-Industrie kontert mit eigenen Studien, die – natürlich – zu anderen Ergebnissen kommen.

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