Michael 'Bytewurm' Weber

Digital + Analog = Gegenwart

Privatkopie – England legt vor

Endlich tut sich etwas an der lobbyverseuchten Front der Anti-Kopierer. England will nun die Privatkopie legalisieren und hat scheinbar auch das unsinnige Instrument der Netzsperren aus der Diskussion gestrichen:

In Großbritannien ist das Übertragen von legal erworbener Musik oder Videos in andere Formate (etwa von einer CD in eine MP3) sowie das Anlegen von Back-Ups der eigenen CD- oder MP3-Sammlung bislang verboten. Jetzt will das Land sein Urheberrecht aber modernisieren. Der britische Wirtschaftsminister Vince Cable hat am Mittwoch mitgeteilt, dass das Kopieren von CDs und DVDs für den Privatgebrauch legalisiert werden soll. „Dadurch wird das Gesetz in Einklang mit dem gesunden Menschenverstand gebracht“, so Cable zum Guardian.

(Quelle: http://futurezone.at/netzpolitik/4317-grossbritannien-legalisiert-privatkopie.php)

Dieser Schritt ist zu begrüßen und die Aussage mit dem “gesunden Menschenverstand” unterschreibe ich sofort. Hoffentlich nehmen sich auch unsere Politiker ein Beispiel, wie man die digitale Welt in die Realität integriert und nicht mit analogen und anachronistischen Mitteln versucht zu verbiegen. Die private Kopie von legal erworbenen Medien muss erlaubt sein, der gewerbliche Handel damit sollte es nicht sein!

Studien belegen immer wieder, dass “Kopierer” (auch Filesharer) mit die besten Kunden für legal erworbene Medien sind, Infos darüber gibt es zB hier:

  1. Ehemaliger EMI-Manager über Piraten und das Musikgeschäft
  2. Nutzer von kino.to gehen überdurchschnittlich oft ins Kino…
  3. The Effect of File Sharing on Record Sales (Oberholzer-Gee, Felix & Strumpf, Koleman (March 2004))
  4. Die Unterhaltungsindustrie gegen das Filesharing (Achmed Baizza)

Die Content-Industrie kontert mit eigenen Studien, die – natürlich – zu anderen Ergebnissen kommen.


Bananenrepublik Deutschland

Das ist doch zum verrückt werden.

3 Jahre haben die Damen und Herren Diätenerhöher Zeit gehabt ein neues Wahlrecht auf den Weg zu bringen, aber erst kurz vor Ablauf der Frist (30.6.) bequemt man sich überhaupt mal dazu über das Problem zu diskutieren.

Und dann wird auch noch ein Vorschlag vorgelegt, bei dem die vom Bundesverfassungsgericht angemahnten Probleme (Negatives Stimmgewicht) nicht einmal im Ansatz beseitigt werden.

Da bleibt einem doch nur noch Kopfschütteln übrig, oder?

http://www.wahlrecht.de/news/2011/14.htm


Präambel aus dem Parteiprogramm der Piratenpartei (Auszug)

Sehr zitierenswert, wie ich finde und irgendwie war es nötig das nochmal zu sagen ;-)

Im Zuge der Digitalen Revolution aller Lebensbereiche sind trotz aller Lippenbekenntnisse die Würde und die Freiheit des Menschen in bisher ungeahnter Art und Weise gefährdet. Dies geschieht zudem in einem Tempo, das die gesellschaftliche Meinungsbildung und die staatliche Gesetzgebung ebenso überfordert wie den Einzelnen selbst. Gleichzeitig schwinden die Möglichkeiten, diesen Prozess mit demokratisch gewonnenen Regeln auf der Ebene eines einzelnen Staates zu gestalten dahin.

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