Elektroauto? Nix für mich … oder doch?

22. Mai 2015 Posted by Bytewurm

Elektroautos sind langweilig. Elektroautos sind unpraktisch.

Ja, denkste, Püppi.

Ich gestehe, bis vor kurzem war ich auch kein großer Freund von reinen E-Autos (eher Vollhybrid), aber dann wurde alles anders. $Kollege hat seit neustem einen Tesla Model S (85D) und seit wir damit die Tage ein Weilchen durch die Gegend gefahren sind und ich das halbe Internet bzgl. E-Autos im Allgemeinen und Tesla im Speziellen durchkämmt habe, bin ich offiziell geläutert.

Warum? Weil Tesla genau das richtig macht, was ich bisher immer als persönliche Unwohl-Faktoren ausgemacht habe, schauen wir uns die mal an (wie gesagt, das waren meine persönlichen Faktoren, jeder hat da andere) – die Einsichten sind natürlich auch meine eigenen, muss nicht jeder teilen.

Die Reichweite ist nicht ausreichend

Falsch. Durch den parallelen Ausbau mit Superchargern, die einen Tesla binnen 40 Minuten auf 80% aufladen (modellabhängig) und in 75 Minuten auf 100% sind die 500 nominalen Reichweitenkilometer selbst für lange Urlaubsfahrten interessant, man muss nur seine Stops vorher planen. Wenn man nach 400km einen Stop einplant ist man auch noch auf der sicheren Seite bei stromintensiverer Fahrweise. Reisezeit 10-20% länger, das ist vertretbar IMHO, wenn man mit Kindern unterwegs ist nicht mal das, weil man eh 1-2 längere Stops hat (wir zumindest). Die Abdeckung innerhalb von Deutschland ist meiner Meinung nach inzwischen auch hinreichend, so dass man keine allzugroßen Verrenkungen bei den Planungen machen muss.

Das Aufladen dauert zu lange/ist zu kompliziert

Nicht beim Tesla. Mit entsprechender Heimladestation ist der Wagen über Nacht locker voll und in verschiedenen Städten/Parkhäusern gibts auch Lademöglichkeiten. Oft auch umsonst. Das war mir so gar nicht bewusst, einfach weil ich mich nie wirklich damit beschäftigt habe. Für andere E-Autos trifft das in Teilen auch zu mit der langen/komplizierten Laderei, aber halt nicht für den Tesla. Die optionale Heimladestation gibts aber auch noch nicht so lange, von daher bin ich entschuldigt 😉

Der Tesla ist viel zu teuer

Jein. Wenn ich einen vergleichbar ausgestatteten Wagen der Oberklasse von Mercedes, BMW, Audi, etc. betrachte, dann ist der Tesla eben nicht mehr zu teuer, denn da ist viel „Schnickschnack“ drin und verarbeitet ist er obendrein noch gut. Wenn ich also grundsätzlich bereit bin 80-100TEUR Bruttolistenpreis in meine Garage zu stellen, ist der Tesla eine gute Option.
Hinsichtlich der Betriebskosten spart man dann auch noch richtig Geld. Die Tesla-Homepage rechnet einem so um die 5000€ Spritkostenersparnis über 5 Jahre aus (auf Basis von 15.000km, Benzinmotor). Das mag zu hoch gegriffen sein, aber wenn man einen SuperCharger in der Nähe hat kann man seine Batterie auch regelmäßig für Nullkosten aufladen! Egal wie man es dreht und wendet, Sprit und Öl braucht der Wagen nicht und die Stromkosten sind um ein vielfaches geringer. Verglichen mit einem Diesel sinkt die relative Ersparnis natürlich nochmal um 20-30%, aber alleine schon das Wissen nicht mehr 150g CO2/km rauszupusten, sondern quasi 0 wg. Ökostrombefeuerung der SuperCharger und ggf. Ökostrom in der heimischen Garage, das ist auch was wert. Finde ich.

Elektroautos sind uncool

Mag sein, aber nicht der Tesla. Wer marginal technik-affin ist, der wird das Auto lieben. Riesiger Touchscreen zur Steuerung aller Funktionen, Kopplung mit dem Smartphone. Ständig online (im Preis enthalten), etc. Es mag ggf. aus Datenschutzsicht ein Problem sein, dass man quasi in einem Cloud-Car sitzt, aber … hey, so what? SCH* drauf 😉 Die Blicke der Fahrer von getunten Karren, wenn man in knapp 5 Sekunden auf 100 km/h durchbeschleunigt: unbezahlbar (also streng genommen sieht man die Blicke nicht mal mehr, denn man ist ja weg – ihr wisst schon was ich meine). Der Tesla presst einen derartig in die Sitze, dass dem unvorbereiteten Beifahrer (also mir) der Kopf an die Kopfstütze geschleudert wird und man glaubt sich spontan übergeben zu müssen. Also nicht, dass das dann cool wäre, aber derartige Beschleunigung von einem ELEKTROAUTO? Wer hätte das gedacht. Ich nicht, ganz ehrlich nicht. Ich bin amtlich beeindruckt. Chapeau Tesla.

 

Persönliches Fazit

Mein aktueller Wagen läuft noch ca. 2 Jahre im Firmen-Leasing, aber der Nächste könnte durchaus ein Tesla werden. Kein Modell S, das steht schon fest, ich brauche eine Familienkutsche und für die Fahrräder auch eine Anhängerkupplung – ich warte also auf das Model X um dann nach einer Probefahrt zu entscheiden. Die benötigte Infrastruktur und technischen Gegebenheiten sind bei der Entscheidung kein Thema mehr, jetzt gehts nur noch darum, ob mir der Wagen auch im Real Life zusagt und ob ich mir diesen Bruttolistenpreis antun kann und will.

 

P.S. Und, Tesla Motors, Eure Powerwall schaue ich mir auch genauer an! Wie sagte $Kollege doch so treffend: Tesla in der Garage, Powerwall im Keller, Photovoltaik auf dem Dach, da kannst Du das dicke Stromkabel von der Straße zum Haus auch durchschneiden 😉

IT Sicherheit? Schön wär’s …

20. Februar 2015 Posted by Bytewurm

Heute flog ein netter Tweet an mir vorbei:

 

 

Und eigentlich ist er nicht nett, er ist traurig. Sehr traurig.
Wir werden ausspioniert, wo es geht. Die Super-Hacker eifern um die Wette, damit Geheimdienste noch mehr Daten abschnorcheln können.

Da wir politisch scheinbar nur wenig dagegen ausrichten können, muss man sich noch mehr technische Möglichkeiten überlegen, wie man den Geheimdiensten und den bösen Menschen das Leben so schwer wie möglich macht.

Was brauchen wir also um unsere Privatsphären so gut es geht zu schützen? Während wir bei SIM-Karten und Festplatten-Firmware kaum eine Chance haben dagegen etwas zu tun, können wir bei unseren eigenen Verhaltensweisen und unseren Daten ansetzen.

Hier ein paar lose Gedankenfetzen dazu, was man tun oder lassen sollte:

  • Passwörter regelmäßig ändern (Faulheit siegt meistens)
  • Lange (und nicht notwendigerweise kryptische) Passwörter wählen (unterstützt nur dummerweise nicht jede Plattform)
  • Passwort-App benutzen, denn nur so kann man sich viele verschiedene, lange Passwörter sicher merken (Papier ist keine Option heutzutage)
  • Sensible Daten in verschlüsselten Containern aufbewahren oder die ganze Festplatte verschlüsseln
  • Backups, die das Haus verlassen sind zu verschlüsseln, Backupsoftware die das nicht unterstützt kommt in den Müll
  • Herstellersicherheitsupdates für das System der Wahl kann jeder zeitnah komfortabel einspielen
  • Links in Mails von Dritten sind grundsätzlich als potentielle Gefahr anzusehen und wenn man sie schon benutzen will, dann mit cut&paste in den Browser überführen oder abtippen
  • Alles abschalten, was sich problemlos abschalten lässt, zB Cookies, Java, etc.
  • Zwei-Faktor-Authentifizierung/TOTP (Einmalkennwörter, idR zusätzlich zum regulären Login) benutzen, wo immer es geht. Und ja, man darf den Google-Authenticator auch zusammen mit dem Passwort-Safe auf dem Smartphone mit sich tragen – im Wesentlichen gehts ja darum entfernte Angreifer abzuwehren.
  • Man muss nicht jedem hippen neuen und bunten Dienst seine persönlichen Daten anvertrauen oder sein Tagebuch auf Dropbox lagern – und wenn, dann verschlüsselt.
  • Das Handy wird nach Möglicheit immer gesperrt und sollte einen Killswitch für die Daten haben oder sich wenigstens nach X falschen PINs selber löschen –> Und dann ändert man trotzdem alle Passwörter von zu Hause aus!
  • Wenn man in der heutigen Welt komfortabel und mobil unterwegs sein will, wird man nicht umhin kommen seine Daten entweder einem der größeren Dienste (Google, Microsoft, Appele) anzuvertrauen und/oder eine eigene Cloudlösung (zB Owncloud) aufzusetzen. Letzteres kann und/oder will nicht jeder und beim ersteren muss man sich entscheiden welchen Tod man sterben will – und das tut man bei _einem_ Anbieter, nicht bei 27. Und ja, natürlich ist das ein Verstoß gegen die reine Lehre, aber um die gehts auch nicht.
  • Man muss nicht alles verknüpfen, nur weil man es kann.

 

Soweit die einschlägigen Allgemeinplätze (sicherlich unvollständig).

Wenn sich 80% der Menschen nur an die Hälfte davon halten würde, kämen die bösen Buben und die Geheimdienste schon ins Schwitzen. Es geht dabei gar nicht um maximale Sicherheit, denn dann würde zB 2-Faktor, bzw. TOTP nicht mit dem Passwortsafe zusammengehören, es geht aber um einen gesunden Mix aus Sicherheit und Komfort. Der normale Benutzer wird Sicherheit nur dann nutzen, wenn es komfortabel ist – und hier gilt: wenig ist besser als nichts. Geeks und Nerds dürfen dann gerne alles trennen und nach der reinen Lehre leben, da hat dann auch keiner was gegen.

 

Was fehlt uns auf der technischen, um komfortabel sicher(er) zu sein? So einiges, würde ich meinen.

Heute kam ein interessanter Artikel im Editorial der c’t: „Lasst PGP sterben“ und erst dachte ich „Ey, was soll denn der Unfug, wir BRAUCHEN doch Verschlüsselung!!!“, aber nach der Lektüre war klar, was gemeint ist: PGP muss weg, weil es nicht benutzerfreundlich genug ist – wir müssen etwas besseres entwickeln!

Full Ack.

Deshalb ein paar Gedanken dazu, was wir brauchen um die Sicherheit auf der Benutzerseite zu erhöhen:

  • Neues Konzept von benutzerfreundlicher Verschlüsselung, insbesondere Augenmerk auf einfache und sicherere Schlüsselverwaltung
  • ein offenes Protokoll zum Ändern von Kennwörtern bei Online-Diensten aller Art, das mittels API genutzt werden kann. Ziel: meine Passwort-Safe-App verhandelt selber mit einer Webseite ein Passwort. Auf diese Weise könnte man automatisiert alle 14 Tage die Kennwörter von amazon, google, ebay und Co. ändern. Wenn die Passwort-Safe-App dann gleich noch meine 2-Factor-Auth verwaltet wirds richtig komfortabel.
  • Transparente Verschlüsselung über alle meine Geräte – was ich verschlüsselt vom PC aus auf Dropbox und Co. ablege, will ich auf meinem Mobilgerät auch lesen können ohne, dass ich Klimmzüge mit irgendwelchen Apps und Keys machen muss

 

 

 

Go, die zweite

13. Februar 2015 Posted by Bytewurm

Da hab‘ ich ja in 2012 versprochen meine Go-Fortschritte immer mal wieder zu dokumentieren – und nichts ist passiert. Also es ist schon viel passiert in 2013 und 2014, aber gebloggt habe ich davon nichts.

Was das Go angeht, so bin ich jetzt definitiv jetzt für den Rest meines Lebens ein Go-Addict. Es ist ein herrliches Spiel und ich kann mich stundenlang mit Tesujis beschäftigen und über kleinen Problemen knobeln. Am schönsten ist aber das Spiel mit anderen, sowohl im Internet, als auch an einem richtigen Brett mit echten Steinen. Letzteres sogar noch lieber, aber weil mir der Weg zur nächsten Go-Gruppe zu weit ist spiele ich nicht so oft im Real-Life, wie es mir lieb wäre. Falls jemand in der Nähe von Leichlingen wohnt und Lust hat  –> Email.

Anywayl, ich habe es immerhin geschafft einen Rang grob bei 19-18kyu zu erspielen in den letzten 2 Jahren (das startet bei 30 kyu und wird dann bis 1 kyu zurückgezählt, ab 1 dan ist man dann Meister – grad wie bei den asiatischen Kampfsportarten)  und ich bin sicher, da geht noch was. Ziel: Single Digit Kyu in 5 Jahren.

Mal schauen, obs klappt und ob mir neben meiner Familie und der Firma genug Zeit bleibt das auch zu verwirklichen.

 

  • Archive

  • Kategorien

  • Meta